Schocknachricht – Clara-Halle wird abgerissen! Dafür startet Virtual Reality Training!

Die Gerüchteküche hat es vereinzelt schon vermeldet, die Aussicht auf baldige Rückkehr in unsere Halle wurde diese Woche endgültig zerstört. Den Verein erreichte letzte Woche ein Schreiben des Amts für Gebäudemanagement, dass unsere (besonders von den Auswärtsmannschaften) heißgeliebte Halle bereits Anfang April abgerissen werden muss und ab sofort nicht mehr betreten werden darf. Nach einer Kontrolle der Rissmarker gilt unsere Halle sogar offiziell als einsturzgefährdet!

Reparaturen des Hallendaches vor einem Jahr. Wunderschön

Bereits im letzten Jahr hatte sich der Zustand unserer Halle sichtbar verschlechtert, das Dach wurde undicht und es gab Teilsperrungen wegen bröckelndem Innenputz. Die Kälteperiode im letzten Monat hat unserer Halle nun den „Todesstoß“ versetzt. Die Schäden können nicht repariert werden und die Abrissvorbereitungen haben bereits begonnen.

Was für ein Schock, nach über 25 Jahren verlieren die Zetkinesen also ihre Trainings- und Wettkampfstätte. Um ein Haar wären auch alle Vereinstische verloren gegangen. Vergangenen Samstag verwehrten Ordnungsbeamte der Stadt Leipzig Christian C. und René H. den Zutritt zur Halle. Doch nach Androhung eines „Vier-Augen-Gesprächs“ gelang es unserem René dann doch, die städtischen Mitarbeiter endgültig zu überzeugen, die Vereinsmitglieder in die einsturzgefährdete Halle zu lassen. Anschließend trug er die Tische einarmig in den LKW.

Mit amtlicher Unterstützung konnte bereits eine Ersatzhalle an einem noch geheimen Ort gefunden werden. In seiner unnachahmlich humorvollen Art hat uns das Amt darauf hingewiesen, dass im Außenbereich drei Steinplatten stehen und dass somit der Trainingsbetrieb sogar früher wieder starten könnte. Tischtennis sei ja sowieso kein richtiger Sport.

Innenansicht der neuen Halle. Unerschöpfliches Potenzial lässt sich erahnen.

Mindestens einen großen Wermutstropfen gilt es jedoch zu schlucken, die Halle ist praktisch nicht mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Da unter diesen Umständen kein Nachwuchstraining möglich ist, hat uns das Amt die überbrückungsweise Nutzung eines Busses in Aussicht gestellt. Unser großer Dank geht hier auch an Felix V. und Andy S., die sich sofort zum Ablegen des Personenbeförderungsscheines bereit erklärt haben und zukünftig viermal wöchentlich im 30-Minuten-Takt eine Busverbindung zwischen alter und neuer Halle stellen.

Eine große Herausforderung wird für einige die fehlenden nahen Einkaufs- und Essensmöglichkeiten sein. Georg ist aber schon mit dem Mannschaftssponsor unserer Ersten in Kontakt. Wir sind gespannt, ob es einen Lieferservice mit „Normaoption“ oder Hallenkiosk „La Fiesta 2“ geben wird. „Ansonsten findet sich im neuen Vereinszimmer auch eine Ecke für meine Wok- und Gaskocherausrüstung“, so Zetkinese Bui.

Doch es gibt auch gute Nachrichten. Angesichts der coronabedingten Hallenschließung hatte unser Verein im letzten Jahr zwei Förderanträge zur „VR-basierten Sicherstellung des TT-Trainings im Breitensportbereich in Zeiten des Lockdowns“ (Corona-Hilfe für Vereine) und „Tischtennis 2.0 – Optimierung des TT-Trainings durch VR“ (Digitalisierungspakt) gestellt. Die Genehmigung der Förderanträge kam jetzt genau im richtigen Moment. In Kürze werden 14 VR-Brillen, „bionische Trikots“ und die passende Software zur Nachbildung des Trainingsbetriebs bereitstehen.

Geheime Aufnahmen von Robert während der Online Trainingsoption „Rückhand Gegentopspin parallel“ im heimischen WG Wohnzimmer

Raffaele kümmert sich gerade in Zusammenarbeit mit den tt-live-Entwicklern noch um die Datenschutzproblematik. Je nach Erfolg unseres Pilotprojektes ist auch eine Ausweitung auf den Wettkampfbetrieb denkbar. Die VR-Ausrüstung ist in der Anfangszeit knapp, weshalb eine Einteilung in Bedürfnisgruppen erfolgt ist – ähnlich wie bei der Zuteilung des Corona-Impfstoffes. Dabei sollen die Leistungsträger zuerst versorgt werden, um den Leistungsabriss gering zu halten.

Die Gruppe mit „Priorität 1 – Hochleistungssportler“ besteht somit unter anderem aus Alexander K., René W., David S. und Michael S. Es sind auch schon regelmäßige Gruppentrainings unter der Anleitung von Tobias  und Niels geplant. Der Mannschaftsführer der Zweiten und Materialexperte Enrico W. stellte begeistert fest: „Die Auswahl mittellanger Störnoppen ist gewaltig. Da werden wir einen Belag finden, mit dem sogar Till Rückhand spielen kann“. Valery und Gernot konnten in der „Freispieloption“ bereits das Schnibbeln und Schmettern an der Platte üben. Beide zeigten sich sehr beeindruckt von der neuen Technik. Da geht noch was Richtung Live-PZ 2000. Wir können also hoffen, alle Generationen des Vereins mit diesem Angebot zu erreichen.

 

Die ersten Reaktionen auf die neue Lage fielen unterschiedlich aus:

  • Heiko S.: „Jetzt bin ich gerade zur Halle gezogen, um viermal pro Woche zu trainieren und dann sowas. Ich sag meiner Frau, sie soll wieder alles einpacken.“
  • Sebastian O.: „Können die Tische in der neuen Halle dann immer stehen bleiben? Dieses ständige Auf- und Abbauen nervt mich.“
  • Sascha J.: „Mit schnellen Hallen-Neubauten habe ich bisher nur gute Erfahrungen gemacht.“
  • Felix V.: „Was soll ich nochmal machen? Personenführerschein? Check ich nicht.“
  • Andreas P.: „MAAAN!“
  • René H. (mit TT-Tisch unterm Arm): „Endlich mal wieder ein Umzug, mega!!!“
  • Reinigungsteam: „Wenn nach 22 Uhr noch jemand in der Halle ist, FLIPP ICH AUS! Damit das klar ist!“

Zum baldigen VR-Start:

  • Robert L.: „Muss ich zu Hause erstmal aufräumen, puh. Ach wayne, wird schon gehen.“
  • Christian S.: „Sind die Geräte auch alle schweißresistent? Frage für einen Freund.“

 

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